Die Herstatt-Bankenpleite: «Goldjungs» nach einem Drehbuch von Eva und Volker A. Zahn startet mit großem Erfolg in der ARD

Eine Bank geht pleite: Der satirische Fernsehfilm «Goldjungs», nach einem Drehbuch von Eva und Volker A. Zahn, verzeichnete am 5. Mai eine hohe Einschaltquote: 4,87 Millionen Zuschauer*innen sahen den Fernsehfilm über die Herstatt-Bankenpleite von 1974 im Hauptprogramm der ARD. Damit war die Produktion nach der «Tagesschau» die meistgesehene Sendung des Tages. Die ARD-Mediathek verzeichnete bis zum Folgetag bis zu 500.000 Abrufe. «Goldjungs» steht noch bis zum 5. August 2021 online zur Verfügung.

Eine Gruppe junger Devisenhändler, die «Goldjungs», verspekulierten sich und riefen die zum damaligen Zeitpunkt größte Bankenpleite der deutschen Nachkriegsgeschichte hervor. In den Hauptrollen zu sehen sind Michelle Barthel («Der Boden unter den Füßen»), Leslie Malton («Taxi»), Waldemar Kobus («Der Hauptmann»), Martin Brambach («Die Fälscher»), Ulrich Friedrich Brandhoff («Aus dem Nichts») und Tim Oliver Schultz («Club der roten Bänder»).

Im Juni 1974 ging die Kölner Privatbank Herstatt auf spektakuläre Art pleite: Die «Goldjungs», bei Herstatt zuständig für den lukrativen Eigenhandel, führten die Institution nach anfänglichem sagenhaftem Goldrausch in den Ruin. Im Film wird die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte durch die fiktive Figur Marie Breuer (Michelle Barthel) erzählt. Die 20-Jährige tritt Anfang der Siebzigerjahre ihre Stelle als Sekretärin an. Die Bank von Direktor Iwan Herstatt (Waldemar Kobus), der seinen finanzstarken Jugendfreund Hans Gerling (Martin Brambach) an seiner Seite hat, strebt nach dem weltweiten Erfolg. Marie, die anfangs ein heimliches Interesse an ihrem Chef Ferdinand von Broustin (Ulrich Friedrich Brandhoff) hegt, verliebt sich schließlich in den charismatischen Mick Sommer (Tim Oliver Schultz), einen der «Goldjungs» – und verspekuliert die Ersparnisse ihrer Mutter.
Marie erlebt den Untergang des Hauses Herstatt, das Versagen der Finanzaufsicht, die feige Suche nach Schlupflöchern seitens des Vorstands. Sie ist vor Ort, als verzweifelte Gläubiger die Bank stürmen und wird Zeugin der persönlichen Dramen der Spekulationsopfer. Und sie beginnt, sich gegen Herstett aufzulehnen, um ihre Mutter vor dem Bankrott zu retten. Doch der große Crash der Privatbank scheint unabwendbar…

Christine Strobl, ARD-Programmdirektorin, zur beeindruckend Zahl an Zuschauer*innen:
«Das große Interesse der Zuschauerinnen und Zuschauer an dem informativen und unterhaltsamen Themenschwerpunkt freut mich sehr. Mit ‚Goldjungs‘ ist eine schillernde und zeitgeistige Satire über die Pleite der Herstatt-Bank in den 1970er-Jahren gelungen. Dass das Thema nicht nur historisch ist, sondern im Licht des Wirecard-Skandals brandaktuell, hat ‹Plusminus› im Anschluss deutlich aufgezeigt.»

«Goldjungs» ist eine Produktion der Zeitsprung Pictures GmbH (Produzenten: Michael Souvignier und Till Derenbach, Producer: Daniel Mann) in Kooperation mit G5fiction (Produzent: Uwe Kersken) im Auftrag des WDR und der ARD Degeto, gefördert durch die Film- und Medienstiftung NRW. Regie führt Christoph Schnee, die Redaktion haben Nina Klamroth, Henrike Vieregge (beide WDR) und Christine Strobl (ARD Degeto).

Die Dreharbeiten fanden im Oktober und November 2020 statt.