Zum besten Kinderfilm 2020 gekürt: Susanne Finkens «Zu weit weg»

Die Preise der deutschen Filmkritik 2020 stehen fest. Der Verband der deutschen Filmkritik (VdFk) zeichnet «Zu weit weg», nach einem Drehbuch von Susanne Finken, als besten Kinderfilm aus. Regie führte Sarah Winkenstette, es produzierte Weydemann Bros. in Koproduktion mit der Orange Roughy Filmproduktion, Rotor Film und dem NDR. «Zu weit weg» erzählt von Zuwanderung und Integration, vom Braunkohleabbau, von den Hürden des Neuanfangs – und vom Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Der renommierte Preis der deutschen Filmkritik ist der einzige deutsche Filmpreis, der ausschließlich von KritikerInnen vergeben wird. Er richtet sich nicht nach wirtschaftlichen, länderspezifischen oder politischen Kriterien, sondern ausschließlich nach künstlerischen. Grundlage für die Berücksichtigung zum Preis der deutschen Filmkritik ist ein offizieller Kinostart.

Zwei Neuankömmlinge werden Freunde für immer

Der elfjährige Ben (Yoran Leicher) ist neu an der Schule. Da sein Heimatdorf wegen Braunkohleabbaus umgesiedelt wird, musste die Familie in die nächstgrößere Stadt umziehen. Doch nicht aller Anfang ist leicht und Ben fühlt sich bald als Außenseiter. Noch nicht einmal in der Fußballmannschaft läuft es rund, und das, obwohl Ben ein begnadeter Stürmer ist. Da hat es ihm gerade noch gefehlt, dass ein weiterer Neuer an der Schule ihm die Show auf dem Platz stiehlt. Tariq (Sobhi Awad) kommt aus Idlib in Syrien und ist nach Deutschland geflüchtet. So buhlen die beiden Jungen um die Anerkennung ihrer Mitschüler und beäugen einander misstrauisch. Doch schnell merken sie, dass sie mehr gemeinsam haben als Fußball und den Verlust ihrer jeweiligen Heimat. Und so überwinden sie die anfängliche Rivalität und brechen auf zu spannenden Abenteuern. Auf Fahrradtouren entlang brachliegender Tagebauten, am nächtlichen Lagerfeuer und auf dem Fußballplatz, auf dem sie gemeinsam unbesiegbar werden, entsteht zwischen den beiden Neuankömmlingen eine Freundschaft fürs Leben.
Ein Kinderfilm, dem die Balance zwischen Ernst und Unterhaltung gelingt wie keinem zweiten. «Weinen und Lachen liegen im echten Leben sehr oft nah beieinander», so die Regisseurin. «Sowohl die ernsten als auch die leichten Momente waren bereits im Drehbuch von Susanne Finken angelegt.»

Der brandaktuelle Film war bereits auf zahlreichen Festivals vertreten und erhielt mehrfach Auszeichnungen, unter anderem den Preis der Kinderjury auf dem 15. Filmfestival Zürich und dem Kinder- und Jugendfilmpreis des Goethe Instituts.

«Zu weit weg» wurde unter anderem westlich von Köln in einem stark vom Abriss der Dörfer betroffenen Gebiet im Rheinischen Braunkohlerevier gedreht.




Fotos: © farbfilm verleih GmbH
Zum besten Kinderfilm 2020 gekürt: Susanne Finkens «Zu weit weg»

Zum Autor