Rowohlt Medienagentur – Filmstoffliste

Herzlich Willkommen!

Finden Sie hier eine Auswahl unserer aktuellen Filmstoffe. Neben sämtlichen Rowohlt-Verlagen (Berlin, Wunderlich, Polaris, Kindler, Hundert Augen, Rotfuchs), vertreten wir auch die Verlage DuMont, Kiepenheuer & Witsch, Galiani, C.H. Beck und Coppenrath hinsichtlich ihrer Filmstoffrechte.
Für mehr Informationen zu den folgenden oder weiteren verfügbaren Titeln unseres Programms, kontaktieren Sie uns unter medienagentur@rowohlt.de.




Norbert Scheuer – Winterbienen

Januar 1944: Egidius Arimond, ein frühzeitig aus dem Schuldienst entlassener Latein- und Geschichtslehrer, schwebt wegen seiner Frauengeschichten, seiner Epilepsie, aber vor allem wegen seiner waghalsigen Versuche, Juden in präparierten Bienenstöcken ins besetzte Belgien zu retten, in höchster Gefahr. Gleichzeitig kreisen über der Eifel britische und amerikanische Bomber.
Arimonds Situation wird nahezu ausweglos, als er keine Medikamente mehr bekommt, ein Verhältnis mit der Frau des Kreisleiters beginnt und schließlich bei der Gestapo denunziert wird. Mit großer Intensität erzählt Norbert Scheuer in "Winterbienen" einfühlsam, präzise und spannend von einer Welt, die geprägt ist von Zerstörung und dem Wunsch nach einer friedlichen Zukunft.


Mariam Kühsel-Hussaini – Tschudi

Unter Tschudi werden sie erstmals gezeigt: Manet, Monet, Degas, Rodin – dreißig französische Impressionisten, gekauft in Paris, ausgesucht mit dem befreundeten Max Liebermann. Und es folgt: ein Skandal. Tschudi verändert Berlin, verändert etwas hinter den Augen der Menschen. Der Kaiser selbst, Wilhelm II., verachtet die neue Malweise. Er und andere – der Maler Anton von Werner oder Tschudis vormaliger Förderer Wilhelm Bode legen Tschudi Steine in den Weg, die nicht leicht zu überspringen sind. Aber Tschudi harrt aus, beharrt, heiratet eine spanische Adlige und lebt an deren Seite stilvoller, als es die Berliner gewohnt sind. Nie scheut er die Konfrontation. Nur vor dem eigenen Spiegelbild schreckt er zurück: Seit seiner Jugend leidet er an der "Wolfskrankheit', lupus vulgaris, einer schweren Hauttuberkulose, die ihn entstellt, sein Gesicht geradezu zerfrisst, bis er sich nur noch mit einer Maske – von Virchow persönlich angefertigt in die Öffentlichkeit wagt. Berlin wird von Tschudi gedreht, durchstrahlt, und gleichzeitig verliert die Stadt ihre Seele durch die allgegenwärtige militärische Fackel in den Köpfen der Menschen, die er nicht wird löschen können.


Rebekka Kricheldorf – Lustprinzip

Es geht mitten hinein in die neunziger Jahre, in die Geburtsstunde des Mythos Berlin. Die halbe Stadt ist alt, kaputt und deshalb neu und offen für alle. Larissa aus der Provinz will studieren, wird aber von den nahezu physischen Beklemmungsgefühlen, die das Betreten der Uni in ihr auslösen, immer wieder daran gehindert. Stattdessen gibt sie sich allerhand künstlerischen Betätigungen hin, genau wie die Leute, die sie kennenlernt, Fabian, der drogenaffine Partyhengst, der dichtende Alkoholiker Lennard, der Marxist und Wilhelm-Reich-Jünger Jan, die depressiv-hysterische Lily. Auch verschiedenste Liebesformen werden ausprobiert: die sexuelle Obsession (Eric), die ferne Verheißung (Janek), die gesunde, etwas öde Beziehung (Manuel). Larissa und ihre Freunde dilettieren in verschiedenen Lebens- und Kunstdisziplinen vor sich hin, bis die Realität sie einholt – wie soll das Leben eigentlich weitergehen, wenn die Vernissagen und Partys ausgefeiert sind? Ein großartiges Bild der Zeit, in der das neue, heutige Berlin begann, und die ganz anders war, als man glaubt.


Maxim Biller – Sieben Versuche zu lieben

Moskau, Prag, Hamburg, München, Tel Aviv, Berlin – diese Orte bilden Fixpunkte in Billers Erzählkosmos. Man reist weit durch das 20. Jahrhundert mit all seinen Katastrophen, durch Kriegs-, Stalinismus-, Shoa- und Emigrationsverheerungen, aber man verbringt auch lange russisch-jüdische Abende am Küchentisch. Mit reichlich Essen, Trinken und Gesprächen, in denen es immer um alles geht: Um die große Politik, um die kleinen und noch größeren Gefühle und um die Frage, wer von denen, die da gerade miteinander sprechen, weinen und lachen, ist wirklich so ehrlich, wie er es vorgibt, zu sein. Die Biller’sche Familienmythologie macht süchtig: es ist eine große Freude, sie in all ihren Varianten zu durchleben und immer wieder nach den Geheimnissen auf die Suche zu gehen, die vielen der so bittersüßen, witzigen und traurigen Geschichten zu Grunde liegen und die die Ereignisse vorantreiben.


Susanne Bohne – Das schräge Haus

Eine herzerwärmende Liebesgeschichte mit Tiefgang, ein bezaubernd schräges Liebespaar.
Wäre Ella ein Haus, dann eins mit schrägem Giebel – hat zumindest Mina immer gesagt, in deren Ruhrpott-Schrebergarten-Welt Ella aufgewachsen ist. Und sie lag richtig: Seit Ella als Kind den Bergmann Manfred tot im Liegestuhl gefunden hat, ist etwas in ihr verdreht. Nun ist Ella erwachsen und Psychologin. Aber, da man sich selbst nicht therapieren kann, immer noch ziemlich schräg. Und ziemlich einsam.
Herr Oebing leidet an einer Depression und trägt gern Krümelmonster-T-Shirts, wenn er zu Ella in die Praxis kommt. Er ist mindestens so schräg wie Ella und vielleicht deshalb gerade richtig für sie...


Sandra Lüpkes – Die Schule am Meer

Als Anni Reiner 1925 nach Juist kommt, ahnt sie nicht, dass die Insel ihr Schicksal werden wird. Gemeinsam mit ihrem Mann und weiteren Lehrern will sie hier einen Neuanfang wagen und ein reformpädagogisches Internat gründen. Sie träumt von einer ganzheitlichen, kreativen und demokratischen Schule, in der Schüler und Lehrer zusammen leben und lernen. Der charismatische Schulleiter Martin Luserke legt neben den klassischen Fächern einen besonderen Fokus auf Musik und Theater, Handwerken und Körperbildung. Die Pläne der Schule sind ambitioniert, gebaut werden u.a. eine Theaterhalle, Seewasseraquarien und Schulgärten – finanziert von Geldgebern aus dem vor allem jüdischen Bürgertum. Doch die Kollegen haben ideologisch zum Teil sehr radikale Ansichten, und schon bald leidet Anni unter den Spannungen zwischen den Lehrkräften und dem größenwahnsinnigen Luserke, aber auch unter den Konflikten mit den Insulanern. Denn die politischen Spannungen auf der Insel nehmen – wie im ganzen Land – zu.
Doch Andersdenkende und politisch unbequeme Zeitgenossen werden immer weiter ausgegrenzt und drangsaliert. Auch Juist soll judenfrei werden. Als die Halbjüdin Anni schließlich von der Insel gejagt werden soll, kommt es zum Drama...


Michael Kumpfmüller – Ach, Virginia

Wie kaum eine Frau ihrer Zeit steht Virginia Woolf für das Ringen um Eigenständigkeit, um Raum für sich, um eine unverkennbare Stimme. Ihr Leben war überreich an allem – auch an Düsternissen. Im März 1941 gerät die berühmte Schriftstellerin in ihre letzte große Krise: Sie hat soeben ein neues Buch beendet, über das kleine Cottage im Süden Englands, das sie mit ihrem Mann Leonard bewohnt, fliegen deutsche Bomber. Sie führt das Leben einer Gefangenen, die nicht weiß, wie und wohin sie ausbrechen soll – und am Ende entscheidet sie sich für den Fluss. Diese letzten Tage Virginia Woolfs beschwört Michael Kumpfmüller in seinem neuen Roman eindrücklich herauf. Er zeichnet das Bild einer Person, die in Auflösung begriffen scheint und sich auf die Reise in den Innenraum macht, der eine Welt voller Schrecken und eben auch Wunder ist.


Albrecht Selge – Beethovn

Albrecht Selges Roman nähert sich dem Menschen und Mythos Beethoven auf einem Umweg: über den Blick derjenigen, die Beethoven umgeben. Menschen, die keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen haben und der Phantasie darum freien Flug erlauben. Ein Roman, der kein Licht ins Dunkel bringt, sondern Dunkel ins Licht: eine Beethoven-Umnachtung. Da ist etwa Beethovens Haushälterin, die sogenannte „Frau Schnapps“, die den Herrn van Beethoven hinter der Tür des Hauses Zu den zwei Wachsstöcken schlafen weiß. Die tagsüber den Tauben mit aller Kraft seinen Flügel traktieren hört, während sie das Essen kocht, auf dessen Schmackhaftigkeit er so großen Wert legt. Da ist sein Neffe Karl, der mit seinem tief einatmenden Onkel, der sich sein „Vater“ nennt, im Wald spazieren geht und dem die Liebe des Vormunds die Luft abschnürt. Da ist die Prostituierte, deren Namen wir nicht kennen und die darum vielleicht Josefine heißen könnte, wie die (wenn man neueren Forschungen glauben darf) unsterbliche Geliebte oder wie die Mutzenbacher. Erscheinen wird er passend zum 250. Geburtstag des Menschheitsgenies im Jahr 2020.


Axel Simon – Eisenblut

Berlin 1888: Ehebruch ist der Alltag seiner schlecht laufenden Detektei in Kreuzberg: Gabriel Landow, schwarzes Schaf seiner ostpreußischen Getreidejunker-Familie, fällt der Erfolg nicht in den Schoß. Aber dann fällt ihm ein Observierter vor die Füße: Aus nachtschwarzem Himmel mitten aufs Sperrgebiet am Tempelhofer Feld. Der wurde aus dem Korb eines Militärballons gestoßen. Nur ein kleiner Beamter, der aber mit einem geheimen Marineprojekt zu tun hatte, und der dritte Tote in letzter Zeit, der ein Buch der Gebrüder Grimm bei sich hat. Warum beauftragt die Regierung ausgerechnet Landow mit der Aufklärung? Warum will ihn jemand töten? Wo doch ganz Europa nur gebannt auf das Sterben des todkranken Kaisers wartet, das einige aus ganz eigenen Motiven herbeisehnen.


Nora Gantenbrink – Dad

Den Laden, die Ehe meiner Eltern, meinen Vater, das alles gibt es nicht mehr. Aber das Mädchen, das seinen Vater sucht, bin ich bis heute geblieben. Geblieben sind auch die Geschichten. Von Dads Drogentrips. Oder wie er als Student mal in der Tiefgarage angeschossen wurde. Ich weiß, dass er mal mit einem Kombi im Vollrausch in eine Reihe Polizeiautos krachte und dass unsere Wohnung am zweiten Geburtstag meines Bruders nach Heroin durchsucht wurde. Ich habe Bilder gesehen von meinen Vater neben Affen und auf Elefanten. Als ich ihn zum letzten Mal sah, sagte er zum Abschied „Bis morgen“. Das Buch, was er las, als er starb, habe ich zu Ende gelesen. 78 Seiten, kein Happyend. Nach seinem Tod habe ich sieben Jahre nicht über ihn gesprochen. Später ging es besser, betrunken sogar ganz gut, weil betrunken für einen kurzen Moment alles besser scheint, bis man eben wieder nüchtern ist und feststellt, dass alles Rauschhafte am Ende nur einer Illusion unterliegt. Unten rechts im großen Sekretär liegen meine leeren Notizbücher aus dem Buchladen in Williamsburg. Mein Vater ist seit zehn Jahren tot, als ich das blassblaue nehme und DAD vorne drauf schreibe. Das ist der Anfang.


Tom Hillenbrand – Qube

London, 2091: Investigativjournalist Calvary Doyle wird auf offener Straße niedergeschossen. Zuvor hatte der Reporter zum Thema Künstliche Intelligenz recherchiert. Die auf KI-Gefahrenabwehr spezialisierte UNO-Agentin Fran Bittner beginnt, in dem Fall zu ermitteln. Bald stellt sich heraus, dass der Journalist anscheinend neue, beunruhigende Informationen über den berüchtigten Turing-Zwischenfall besaß, bei dem die Menschheit die Kontrolle über eine wildgewordene KI verlor. Die KI befand sich seinerzeit in einem Quantencomputer, einem sogenannten Qube. Gibt es womöglich noch einen solchen Würfel, mit einer weiteren digitalen Superintelligenz darin? Und kann Fran Bittner den zweiten Qube finden, bevor jemand auf die Idee kommt, ihn zu aktivieren? Erzählt mit einer Sogkraft, der man sich nicht entziehen kann – ein großartiger Thriller über die Zukunft, die wir uns nicht mehr aussuchen können.


Leif Randt – Allegro Pastell

Tanja Arnheim, deren Debütroman „PanoptikumNeu“ Kultstatus genießt, wird in wenigen Wochen dreißig. Mit Blick auf den Berliner Volkspark Hasenheide wartet sie auf eine explosive Idee für ihr neues Buch. Ihr fünf Jahre älterer Freund, der gefragte Webdesigner Jerome Daimler, bewohnt in Maintal den Bungalow seiner Eltern und versucht sein Leben zunehmend als spirituelle Einkehr zu begreifen. Die Fernbeziehung der beiden wirkt makellos. Sie bleiben über Text und Bild eng miteinander verbunden und besuchen sich für lange Wochenenden in ihren jeweiligen Realitäten. Jogging durchs Naturschutzgebiet und Meditation im südhessischen Maintal, driftende Dauerkommunikation und sexpositives Ausgehen in Berlin – Jerome und Tanja sind füreinander da, jedoch nicht aneinander verloren. Eltern, Freund*innen und depressive Geschwister spiegeln ihnen ein Leid, gegen das Tanja und Jerome weitestgehend immun bleiben. Doch der Wunsch, ihre Zuneigung zu konservieren, ohne dass diese bieder oder schmerzhaft existenziell wird, stellt das Paar vor eine große Herausforderung. Ein Roman in drei Phasen, beginnend im Rekordfrühling 2018.


Clara Bernardi – Letzte Klappe am Comer See

In Bellagio am Comer See ist das Wasser besonders blau. Prachtvolle Villen, herrliche Gärten, Alpenblick – eine Kulisse, wie sich Regisseurin Aurora de Luca keine bessere wünschen könnte. Mit ihrem Film über Franz Liszt und seine Geliebte will sie es auf die roten Teppiche dieser Welt schaffen. Schon viel zu lange wartet sie auf ihr großes Comeback. Doch als ihr Hauptdarsteller Umberto Farini kurz nach Beginn der Dreharbeiten tot aufgefunden wird, sieht sie sich auf einmal mit ganz anderen Problemen konfrontiert. Zum Glück ist Commissario Giulia Cesare zur Stelle, deren kriminalistisches Gespür mindestens genauso groß ist wie ihre Leidenschaft für gutes Essen. Zufälligerweise hat ihr Freund Brutus, ein zartbesaiteter Briefträger mit Hundephobie, eine Statistenrolle am Set ergattert. Gemeinsam nehmen sie das gesamte Filmteam genau unter die Lupe. Schnell zeigt sich: Fast jeder hier hatte eine Rechnung mit Farini offen, der sich nicht nur vor der Kamera dem Drama hingab. An potentiellen Mördern und möglichen Motiven mangelt es nicht. Es gilt also, kühlen Kopf zu bewahren. Und sich nicht allzu sehr vom schönen Schein der Filmwelt blenden zu lassen...


Lars Niedereichholz – Kannste so machen, ist dann halt kacke

Ein Mann, eine Krise: So lustig war Midlife-Crisis noch nie wie im neuen Roman vom preisgekrönten Mundstuhl-Kultkomiker Lars Niedereichholz. Nicht so lustig ist es aber für Held Tobi. Ein grün-schleimiger Abnehmsmoothie zum 45. Geburtstag. Eine Ehe in der Flaute. Eine verliebte Teenagertochter, die ihn plötzlich nur noch „Papa, du Opfer“ nennt. Familienmensch Tobi Werner dachte eigentlich, dass es nicht mehr schlimmer werden kann. Aber da hat er sich getäuscht. Orientierungslos torkelt er in einem rosa Ganzkörperhasenkostüm und blutiger Nase über den Rasen eines vollbesetzten Fußballstadions. Kann man so machen, ist aber halt kacke. Nicht, wie es dazu kam, ist nun die entscheidende Frage für ihn, sondern wie zum Teufel er da wieder herauskommt.


Christian Y. Schmidt – Der kleine Herr Tod

Der kleine Herr Tod braucht dringend Urlaub. Er macht zwar nur Geflügel, aber die modernen Massenhühnerfarmen treiben ihn bald in den Burnout. Doch mit der Erholung ist es nicht so leicht, überall kennt man ihn als Vogelmörder (obwohl das ein krasses Missverständnis ist), sogar das Schnabeltier fürchtet sich. Nur einer hat keine Angst vor ihm: Bengel, der eigentlich Stephan heißt. Bengel hat Leukämie und genug von Psychologen, die ihn sinnlos trösten wollen. Als die zwei ihre gemeinsame Leidenschaft für Death Metal entdecken, steht der Freundschaft nichts mehr im Weg. Das ungewöhnliche Paar – der sterbenskranke Junge und der Tod auf Urlaub – beschließt, sich zu rächen: Sie wollen den dummen Psychofritzen und -tanten, unter denen Bengel fast mehr leidet als unter der Krankheit, aber auch dem bösen Hühnerbaron, der dem kleinen Tod das Leben schwer macht, mal einen richtigen Schreck einjagen, mit viel hartem Death Metal. Als sie das hinter sich gebracht haben, stehen sie plötzlich zufrieden und erschöpft vor einem langen, dunklen Fluss, und Bengel will unbedingt hinüber...
Rowohlt Medienagentur – Filmstoffliste