Jan Brarens «Lotte am Bauhaus» ist beim 31. FernsehfilmFestival Baden-Baden 2019 nominiert

Zu den großen Jubiläen von Bauhaus und Frauenwahlrecht ist der Fernsehfilm «Lotte am Bauhaus» entstanden und am 13. Februar 2019 um 20:15 Uhr im Ersten erschienen. Jan Braren schrieb das Drehbuch zu diesem packenden Drama über die Zeitenwende nach dem Ersten Weltkrieg, als eine Avantgarde junger Kosmopoliten aufbricht, sich mit schlichter Geometrie, Glas, Beton und silbernem Stahlrohr von den Zwängen der alten Welt und dem goldenen Zierrat des Jugendstils zu befreien: Die Einheit von Handwerk, Bildender Kunst und Industrie, das markante kühle und sachliche Weiß und der Kampf um sozialen Wohnungsbau und die Gleichberechtigung der Frau gehen Hand in Hand.

Weimar 1920. Die Tischlertochter Lotte Brendel (Alicia von Rittberg, «Charité») entbrennt für den klaren und modernen Geist der Weimarer Bauhausmeister. Im kaiserlich-altbackenen Elternhaus als anrüchiger Hort der Kommunisten und Bastler verschrien, muss sie mit allen Traditionen brechen, um ihren Traum zu verwirklichen. Der Meisterrat zeigt sich von ihrer Mappe begeistert und schon bald studiert Lotte unter Koryphäen wie Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Marianne Brandt und Gunta Stölzl. Mit ihrem Kommilitonen Paul (Noah Saavedra) schmiedet sie zukunftsträchtige Pläne für Möbel und Häuser, entwirft Holzbaukästen und verdient ihr eigenes Geld in den Werkstätten. Doch es ist Bauhaus-Papst Walter Gropius (Jörg Hartmann) selbst, der ihr dabei durch den steigenden politischen Druck von rechts immer wieder Steine in den Weg rollt. Lotte lässt sich nicht in die Webkunst abdrängen – sie will Kunst, Beruf, Familie und die Gesellschaft gegen alle Widerstände mitformen und gestalten. Indes zieht in der jungen Weimarer Republik bedrohlich der völkische Ungeist herauf.

«Die Sprache im Film wirkt modern, verzichtet auf historisierende Rhetorik und barocke Handlungsführung. Damit rekonstruiert Autor Braren ein Stück weit die Klarheit des Bauhaus-Codes und vermittelt damit auch dem Laien etwas vom Wesen dieser innovativen kunsthandwerklichen Formensprache.» («Tittelbach.tv»)

Gedreht wurde an den Originalschauplätzen in Weimar und Dessau. Regie führte Gregor Schnitzler. In weiteren Rollen spielen Marie Hacke, Ulrich Brandhoff, Julia Riedler, Nina Gummich und Christoph Letkowski.

«Lotte am Bauhaus» wurde bei den Seoul International Drama Awards Ende August 2019 gleich zwei Mal ausgezeichnet. In der Kategorie «Bester Fernsehfilm» erhielt die Produktion den «Silver Bird Award», und Alicia von Rittberg wurde für ihre Rolle als Lotte Brendel als beste Schauspielerin gewürdigt.

Am 9. Oktober wurde bekannt gegeben, dass Brarens «Lotte» zudem beim diesjährigen 31. FernsehfilmFestival Baden-Baden im Wettbewerbsprogramm um die Fernsehfilmpreise der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und um den 3sat-Zuschauerpreis nominiert ist. Im 3sat wird «Lotte» daher am 25. November 2019 um 21:45 Uhr wiederholt ausgestrahlt.
Der Termin der Vorführung in Baden-Baden ist Dienstag, der 26. November 2019 um 9:30 Uhr.

Fotos: © MDR/UFA Fiction/Stanislav Honzik
Jan Brarens «Lotte am Bauhaus» ist beim 31. FernsehfilmFestival Baden-Baden 2019 nominiert

Zum Autor