Rico, Oskar und …
Die Erfolgsstory geht weiter!

Mann, Mann, Mann, was für ein Erfolg. Gerade gab es beim Deutschen Filmpreis eine Lola für «Rico, Oskar und die Tieferschatten», läuft gleichzeitig im Kino «Rico, Oskar und das Herzgebreche» und schon stehen die beiden Jungs wieder vor der Kamera für «Rico, Oskar und der Diebstahlstein».

Alle lieben die beiden, den tiefbegabten Rico (Anton Petzold) und seinen Freund, den hochbegabten Oskar (Juri Winkler), die – so unterschiedlich sie auch sind – gemeinsam einfach unschlagbar sind. Andreas Steinhöfel hat sie erfunden, und – selten genug – aus seinen Büchern sind Filme geworden, die den Charme und die Weisheit der literarischen Vorlage nicht billigen Effekten opfern.

Ihre Welt ist die Dieffenbachstraße, genauer: Dieffe 93, dort spielt auch wieder «Rico, Oskar und das Herzgebreche». Oskar hat den Fahrradhelm aus dem ersten Part abgelegt und trägt nun eine riesige Sonnenbrille – er ist «inkognito» unterwegs. Er versteckt sich dahinter, sucht Schutz vor einer Welt, über die er alles weiß, in der er aber keine Geborgenheit findet. Außer bei Rico, der nicht so schlau ist und bei dem es immer etwas länger dauert, bis der Groschen fällt. Oskar ist es dann auch, dem auffällt, dass Ricos Mutter stets beim Bingo-Abend teure Handtaschen gewinnt, obwohl sie nicht die richtigen Zahlen hat – offensichtlich Manipulation. Wird Ricos Mutter erpresst? Handelt es sich um Geldwäsche? Furchtlos ermitteln die beiden Jungs im Nachtclub, wobei eine Fahrt mit Herrn van Scherten angesichts seiner Fahrkünste viel gefährlicher erscheint.

Die Kriminalfälle sind nicht das Wichtigste. Das eigentliche Thema, das mit Sensibilität und Wärme immer wieder anklingt, lautet: Wahre Freundschaft bedeutet wechselseitige Achtung der Fähigkeiten des anderen. Der fixe kleine Oskar versteht den komplizierten Fahrscheinautomaten, aber nur der große, gedanklich langsamere Rico reicht an den Geldschlitz heran. Die schönste Szene findet sich am Ende: Rico hat den Hund Porsche bei sich aufgenommen, aber Oskar hält zunächst Abstand: Man weiß doch, Hunde können Parasiten übertragen ... «Wahrscheinlich ist das die beste Synthese der beiden Perspektiven, die man sich denken kann», schreibt Tilman Spreckelsen in der Sonntags-FAZ. «Rico erkennt an, dass es Dinge gibt, die seinen Freund ängstigen. Und Oskar, dass es im Dschungel der Welt die eine oder andere Ecke gibt, in der man durchatmen kann. An Ricos Seite sowieso.»

Was bleibt und worauf wir uns freuen können, ist das fulminante Finale von Andreas Steinhöfels Trilogie. In «Rico, Oskar und der Diebstahlstein» scheint zunächst alles bestens zu sein. Oskar wohnt jetzt bei Rico im selben Haus, und der Bühl von nebenan wird wohlmöglich bald Ricos neuer Papa. Aber dann – Mann, Mann, Mann! – finden Rico und Oskar einen Toten im Treppenhaus: Gustav W. Fitzke. Das ist der alte Zausel, der einst Ricos Fundnudel einfach wegfraß und der so viel Gewese um den «Kalbstein» machte. Es ist der Beginn eines Abenteuers, das die beiden Freunde bis an die Ostsee führt, brodelndes Adrenalinzeugs, Para-Neujahr und klackernde Bingokugeln inklusive. Doch weder das Essen noch die Gemütlichkeit kommen zu kurz: Dafür sorgen jede Menge Müffelchen, neun verschiedene Kaminfeuer auf DVD und nicht zuletzt Oskars peruanische Bommelmütze.

Never change a winning team: Produziert wird «Rico, Oskar und der Diebstahlstein» von Lieblingsfilm (Philipp Budweg, Robert Marciniak) und Fox International Productions. Regie führt, wie beim ersten Teil, wieder Neele Leana Vollmar. Karoline Herfurth, Ronald Zehrfeld, Milan Peschel, Henry Hübchen und David Kross sind wieder dabei, außerdem Detlev Buck, Katharina Schüttler, Fahri Yardim, Heike Makatsch und und und ... Aber was sind alle diese Promis gegen die eigentlichen Stars des Films: Anton Petzold als Rico und Juri Winkler als sein Freund Oskar.



© Bild: 2014 Twentieth Century Fox
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