«Die Welt steht still» von Dorothee Schön schildert den Auftakt der Coronakrise in einem Krankenhaus

Am Montag, 15. November, um 20:15 Uhr im ZDF: Eine Konstanzer Oberärztin (Natalia Wörner) erlebt zu Beginn der Pandemie im März 2020 mit ihrem Team, wie das Virus die Welt auf den Kopf stellt. Der fiktiven Geschichte gehen intensive Recherchearbeiten voraus: Drehbuchautorin Dorothee Schön stand in engem Austausch mit Klinikpersonal, und auch ihre eigene Tochter ist Intensivmedizinerin. «Die Welt steht still» ist eine Produktion der Network Movie (Jutta Lieck-Klenke und Anne-Lena Dwyer), Regie führte Anno Saul. Die Redaktion im ZDF liegt bei Daniel Blum. Schön und Saul waren bereits im Jahr 2020 gemeinsam mit der zweiten Staffel der Erfolgsserie «Charité» für die internationalen Emmy Awards in der Kategorie «Best Drama Series» nominiert. Mit dieser ersten filmischen Aufarbeitung der Ereignisse des letzten Frühjahrs setzen sie ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort.

Eigentlich hatte Intensivmedizinerin Dr. Caroline Mellau vor, beruflich ein wenig kürzer zu treten, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Ihre Klinikstelle wollte sie für einen Praxisjob kündigen, als plötzlich ein junger Mann mit Verdacht auf Lungenentzündung auf die Intensivstation gebracht wird. Schnell stellt sich als wahr heraus, was Mellau bereits früh ahnt: Das Konstanzer Klinikum hat seinen ersten an dem neuartigen Corona-Virus erkrankten Patienten. Indes gibt die WHO diesem einen Namen: SARS-CoV-2. Mellau wird Mitglied des Klinikkrisenstabs und ist rund um die Uhr im Einsatz. Schutzkleidung und Beatmungsgeräte fehlen, Personal muss geschult werden, neue Intensivbetten finden Platz auf der Station. Als Anästhesistin intubiert Mellau die Patient:innen mit schwerem Krankheitsverlauf und setzt sich damit selbst höchstem Infektionsrisiko aus.

Doch auch privat geht es drunter und drüber: Mellaus Mann Stefan (Marcus Mittermeier), erfolgreicher Kammermusiker, sitzt plötzlich taten- und einkommenslos zuhause. Alle Konzerte und Auftritte sind abgesagt. Tochter Luzy (Lilly Barshy) und Sohn Tim (Jona Eisenblätter) können nicht zur Schule gehen und sitzen ebenfalls zuhause fest. Darüber hinaus leidet Luzy auch noch unter ihrem ersten Liebeskummer: Sie und ihr Freund, der aus der Schweiz kommt, werden getrennt – die Grenze, die in Konstanz mitten durch die Stadt verläuft, ist dicht. Im Lockdown, der menschliche Kontakte auf ein Minimum reduziert, wird das unmittelbare Umfeld umso wichtiger. Doch die Mellaus müssen feststellen, dass ihre Nachbarn, das Ehepaar Schwarz (Lena Stolze, Klaus Pohl), eine ganz eigene Sicht auf die aktuelle Lage haben: Die beiden glauben nicht an Corona und fühlen sich von der Regierung bevormundet.

«DIE WELT STEHT STILL bietet ein realistisches Bild, wie die folgenden acht Wochen ab März 2020 von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen empfunden wurden. Es ist gleichzeitig die Geschichte einer intakten Familie in einer Kleinstadt, deren Welt auseinanderbricht. Der Film zeigt das Spannungsfeld zwischen den Anforderungen im systemrelevanten Gesundheitswesen – in dem Tag und Nacht durchgearbeitet wird – und einer zum Stillhalten gezwungenen Gesellschaft inklusiv einer implodierenden Kulturbranche,» so die Hamburger Network Movie Film- und Fernsehproduktion.

Gedreht wurde im März 2021 in Konstanz und Umgebung. Bereits ab Montag, 8. November, ist der Film in der ZDF-Mediathek verfügbar.

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